Gitanos und Flamenco

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Gitanos und Flamenco

Beitrag von Lallaru Tschawu am Do Okt 10, 2013 7:08 am

Für viele steht der Flamenco synonym für die Musik Spaniens - dabei wurden dort die leidenschaftlichen und schmerzvollen Klänge lange Zeit ebenso abgelehnt wie ihre Urheber, die "Gitanos" genannten andalusischen Roma. Über Jahrhunderte hinweg wurden sie unterdrückt und verfolgt. Ihre Gefühle von Verzweiflung und Wut, aber auch überschäumender Lebensfreude, drückten sie zunächst allein im Gesang aus. Erst später gewannen Tanz und Gitarrenbegleitung an Bedeutung.Viele der "Gitanos", wie die Zigeuner hießen, bevor man sie flamencos nannte, widmeten sich dem andalusischen Gesang, um sich ihren Lebensunterhalt zu sichern, denn ihren ursprünglichen Berufen konnten sie aufgrund jahrelanger Unterdrückung und Vertreibung nicht nachgehen. Selbst das Musizieren auf öffentlichen Plätzen war ihnen lange Zeit untersagt. Erst 1783 verabschiedete Karl III ein Gesetz, das den Gitanos mehr Rechte zugestand, jedoch waren sie immer noch nicht gleichberechtigt mit den restlichen Bürgern. Einige der Vorfahren der Gitano-Familien haben in der flandrischen Armee gedient, was ihnen schließlich den Namen Flamencos einbrachte.



Auf diese Weise verschmolz die südspanische Volksmusik mit der Musik der Zigeuner und wurde so mehr und mehr verbreitet. Ihre Lieder handelten oft von Leid und Trauer und hatten meistens einen bedrückenden Unterton. In ihnen verarbeiteten sie ihre Verzweiflung und Wut, die sie aufgrund ihrer jahrelangen Vertreibung und Unterdrückung empfanden. Erst später kamen Tanz und Gitarrenspiel hinzu.Heute bezeichnet das Wort Flamenco nicht nur die Musik und den Tanz, sondern es steht auch für den Stolz und die Anmut, mit der manch einer durch’s Leben geht. Wörtlich übersetzt heißt es soviel wie "stolz", "zigeunerisch" oder auch "angeberisch".Der Enstehung entsprechend war auch die Flamenco-Musik vorerst nur den Gitanos selbst zugänglich. Erst ab ca. Mitte des 19 Jhd. begannen auch die "payos" (Nicht-Zigeuner) von ihnen zu lernen. Ende des 19. Jhd. kam der Flamenco auf die Bühnen der Theater und wurde immer populärer. In sogenannten "cafés cantantes" wurde er salonfähig gemacht und dank der zunehmenden Popularisierung ist er bis in die heutige Zeit eines der bekanntesten Musikgenres und Tänze der Welt.

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